Knöchelbruch

Knöchelbruch

Das obere Sprunggelenk wird vom Sprungbein, Schienbein und Wadenbein gebildet. Die Lastübertragung des Fußes auf den Unterschenkel erfolgt ausschließlich über das Sprungbein und die untere waagrechte Gelenkfläche des Schienbeins (Plafond). Die Knöchel dienen dabei lediglich der seitlichen Führung des Gelenks. Der Innenknöchel ist ein wichtiger Bestandteil des breiten, unteren Schienbeinendes, während der Außenknöchel die Spitze des Wadenbeins darstellt. Die Syndesmose verbindet das Wadenbein mit dem Schienbein und verleiht dem keilförmigen Sprungbein in der Sprunggelenksgabel Stabilität. Das Sprungbein wird durch die Außenbänder (Ligamentum fibulotalare anterius, Ligamentum fibulocalcaneare und Ligamentum fibulotalare posterius) und das dreieckige Innenband (Ligamentum deltoideum) beweglich, aber stabil gehalten.

Knöchelbrüche entstehen immer über eine mehr oder weniger starke Verrenkung des oberen Sprunggelenkes durch Umknicken und manchmal zusätzliches Verdrehen des Fusses. Ein weiterer Verletzungsmechanismus kann auch das Drehen des Unterschenkels gegen den feststehenden Fuß sein.

Mit einer Inzidenz von bis zu 174 pro 100 000 Personen gehören sie zu den häufigsten Brüchen des Erwachsenen.

Eine klinische Untersuchung gibt bereits erste Hinweise auf einen Knöchelbruch. Schwellung am Innen- und/oder Aussenknöchel sowie das Unvermögen das Sprunggelenk zu belasten machen eine Röntgenuntersuchung notwendig. Mit dieser Diagnostik gelingt die Einteilung des Bruches in der sogenannten Weber-Klassifikation. Diese beschreibt die Höhe des Bruches und hilft bei der Entscheidung zur richtigen Therapie. Bei komplizierten Brüchen kann eine Computertomographie zusätzliche Informationen bringen und damit eine wichtige Operationsvorbereitung sein.

Unverschobene Brüche, bei denen das Sprungbein an der richtigen Stelle steht, können mit einem Gips für 6 Wochen behandelt werden, sofern die Syndesmose nicht betroffen ist. Verschobene Brüche sowie Brüche mit Beteiligung der Syndesmose sollten vor allem bei sportlich aktiven Menschen mit einer Operation korrigiert werden. In der Regel kommen dabei Platten und Schrauben verwendet, die nach Abheilen des Bruches nach ein bis eineinhalb Jahren wieder entfernt werden können. Nach der Operation ist eine Gipsbehandlung für 6 Wochen erforderlich.

Ein stattgehabter Knöchelbruch stellt eine sogenannte Präarthrose dar, das bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit eine Sprunggelenksabnützung (Arthrose) zu erleiden höher ist als in der Normalbevölkerung.